Ephedrin Nebenwirkungen


Wie so ziemlich jedes Medikament, hat auch Ephedrin Nebenwirkungen. Man unterscheidet hier zwischen den temporären und den langfristigen. Generell gilt für Ephedrin wie für jeden anderen Wirkstoff auch, dass die Dosis das Gift macht. Kanada und die USA, beides Länder, die Ephedrin extensiv erforscht haben, sind der Meinung, dass Ephedrin bis zu einer Einzeldosierung von maximal 8mg ein so geringes Nebenwirkungspotential besitzt, dass man Präparate mit dieser Menge frei in den Verkauf gegeben hat. Freier Verkauf bedeutet, dass man Ephedrin ohne Rezept und ohne Apothekenpflicht in vielen Drogerien und an vielen Tankstellen erhält. Der Verkauf muss zwar ausschließlich als Erkältungspräparat erfolgen, da Ephedrin nicht zum Abbau von Körperfett zugelassen ist, aber das ändert weder etwas an der Wirksamkeit, noch am geringen Nebenwirkungspotential.

Nun folgende eine Auflistung der bekanntesten Nebenwirkungen von Ephedrin, gemäß der Packungsbeilage von “Ephedrin Carino 30mg/ml” der Carinopharm GmbH:

Häufige Ephedrin Nebenwirkungen:

  • Verwirrtheit, Besorgnis, Depression
  • Nervosität, Reizbarkeit, Unruhe, Schwäche, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwitzen, Angst
  • verstärkte Wahrnehmung des Herzschlags (Palpitationen), Bluthochdruck, schneller Herzschlag
  • Kurzatmigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen

Seltene Ephedrin Nebenwirkungen:

  • Unregelmäßiger Herzschlag
  • Probleme beim Wasserlassen

Andere Nebenwirkungen (wie oft diese auftreten, ist nicht bekannt):

  • Beeinflussung der Blutgerinnung
  • Allergie
  • Veränderungen der Persönlichkeit oder Gefühls- oder Gedankenwelt, Angst
  • Zittern, übermäßige Speichelbildung
  • Erhöhter Druck im Auge (Glaukom)
  • Schmerzen über der Herzgegend, langsamer Herzschlag, Herzversagen (Herzstillstand), niedriger Blutdruck
  • Blutungen im Gehirn
  • Atemprobleme
  • Appetitminderung
  • Abnahme des Kaliumgehalts im Blut, Veränderung des Blutzuckerspiegels
  • Flüssigkeitsansammlung in den Lungen (Lungenödem)

Bei einer Überdosierung von Ephedrin ist es möglich, dass Sie:

  • Dinge sehen oder hören, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen)
  • Dinge glauben, die nicht zutreffen (Wahnvorstellungen)
  • Veränderungen Ihrer Persönlichkeit oder Ihrer Gefühls- oder Gedankenwelt bemerken

Zugegeben, einige dieser Nebenwirkungen klingen nicht gut, aber dabei sollte man immer bedenken, dass der Hersteller dieses Präprats aus Haftungsgründen alle Nebenwirkungen angeben muss, die jemals aufgetreten sind, auch wenn diese nur bei einer Person von tausend vorgekommen sind. Zum anderen ist es wichtig zu verstehen, dass die meisten der aufgelisteten Nebenwirkungen lediglich temporärer Natur sind, also beim Absetzen des Ephedrins vollständig verschwinden.

Besser als Ephedrin

Ephedrin Nebenwirkungen Langzeit

Wer Ephedrin auf lange Zeit missbraucht, ist der erhöhten Gefahr von Langzeitnebenwirkungen ausgesetzt. Mit Langzeit ist keineswegs eine achtwöchige Kur gemeint. Auch nicht der unregelmäßige Gebrauch von Ephedrin vor schweren Trainingseinheiten. Mit Langzeitmissbrauch sind eher die Fälle gemeint, bei denen Ephedrin täglich und über Zeiträume von mindestens sechs Monaten konsumiert wird. Hierbei fallen zwei Langzeitnebenwirkungen besonders ins Gewicht: zum einen die auf das Herzkreislaufsystem, zum anderen die auf die Psyche. Ephedrin erhöht den Herzschlag und den Blutdruck, was langfristig zum Herzversagen führen kann. Der erhöhte Blutdruck übt Druck auf die Gefäßwände aus, die im schlimmsten Falls reissen und platzen können. Ein solches Blutgerinnsel führt in den meisten Fällen zum direkten Tod.

Darüber hinaus erhöht sich bei Langzeitgebrauch die Masse des Herzens, da dieses härter als normal arbeiten muss, was im Alter zu einer Herzinsuffizienz führen kann. Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz nicht mehr dazu in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Auch die Gefahr eines Herzschlags steigt hierdurch bekanntermaßen an.

Eine Langzeitwirkung, die oftmals belächelt wird, ist die auf die Psyche. Wer schon einmal Ephedrin verwendet hat, wird das Gefühl der Aufgedrehtheit kennen. Man muss sich bewegen, man muss etwas tun. Wer in einem solchen Zustand einmal versucht hat, ein Buch zu lesen, wird erstaunt gewesen sein, was Ephedrin mit einem anstellt. Obwohl die Meinung vorherrscht, dass Ephedrin die Konzentration fördert, ist das Gegenteil der Fall.

Durch die Aufgedrehtheit kann man sich viel schlechter konzentrieren. Auf Dauer bringt dies die Gehirnchemie derart durcheinander, dass Langzeitanwender selbst nach dem Absetzen von einer Art “Gehirnnebel” berichten. Das Denken fällt schwerer, man ist leicht abgelenkt und die Gedanken schweifen. Dies ist eine der gefährlisten Langzeitnebenwirkungen, die nur verhindert werden kann, wenn man Ephedrin nicht zu lange und nicht zu hochdosiert einnimmt.

Ephedrin Nebenwirkungen Impotenz

Eine der Nebenwirkungen, die speziell nur die Männer betrifft, ist Impotenz. Ephedrin wirkt bekanntermaßen gefäßverengend und dies betrifft leider auch den Penis. Die Schwellkörper im Penis werden bei Erregung mit Blut durchflutet, wodurch dann eine Erektion ausgelöst wird. Die gefäßverengende Wirkung des Ephedrins bewirkt, dass sich die Schwellkörper nicht ausreichend weiten können, was dann dazu führt, dass nicht ausreichend Blut in den Penis fließt und eine Erektion ausbleibt. Eine temporäre Impotenz ist die logische Schlussfolgerung. Wer plant, im Laufe des Tages Sex zu haben, sollte vorausschauend auf die Einnahme von Ephedrin verzichten.

Wichtig für die Männern zu wissen ist, dass die Impotenz nur temporärer Natur ist, also nach dem Abklingen der Wirkung von Ephedrin wieder vollständig zurück geht. Wie sich der Langzeitkonsum auf die Potenz auswirkt, ist unseres Wissens noch nicht untersucht worden. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Dauerkonsum auch zu dauerhafter Impotenz führt, da der Ephedrin-Spiegel im Blut bei regelmäßigem Konsum niemals ausreichend absinkt und die Gefäße hierdurch langfristig verengt werden.

Interessant im Zusammenhang mit Impotenz ist auch, dass viele Anwender über Harnverhalten klagen, also Probleme beim Wasserlassen. Für Mediziner wird dies nichts Neues sein, da bekannt ist, dass Ephedrin die Prostata temporär vergrößert und diese dann sozusagen die Harnröhre derart quetscht, dass ein normales Wasserlassen nicht mehr möglich ist. Wer bereits unter Prostataproblem leidet, sollte vor der Einnahme von Ephedrin unbedingt vorab einen fähigen Urologen befragen.

In der Schweiz wird Ephedrin übrigens bei Harninkontinenz beim Hund verschrieben. Ein bekanntes Medikament aus der Veterinärmedizin, das auch bei Bodybuildern beliebt ist, heißt Caniphedrin. Hierbei handelt es ich um Ephedrin HCL Tabletten mit wahlweise 50mg oder 20mg.